Familie Kortendick (Lembeck, Erle, Rhade)

Auch die Familie Kortendick gehört zu unseren Vorfahren.  Die verschiedenen Namensvarianten wie Kortendick, Kortendiek, Kortendieck, Kottendick oder auf plattdeutsch Kondings weisen auf ein und dieselbe Familie hin. Wie bei vielen Familien in der damaligen Zeit wurden gleiche Personen unterschiedlich geschrieben. Erst mit der Einführung der Standesämter wurde die Schreibweise verbindlich festgelegt.

Leider gibt es heute in Lembeck keine "echten" Kortendicks mehr. Die einzigen, die heute noch - zumindest von alteingesessenen Lembeckern - so genannt werden, sind wir. Da meine Großeltern das Haus von der Tante meiner Großmutter erbten (Tante Libbeth - Elisabeth Kortendick war die Schwester von meiner Urgroßmutter Anna Christina Kortendick ), wurde wie damals üblich auch der Name übernommen. Das Grundstück für dieses Haus erwarb Johann Kortendick (geboren ca. 1811-1812 in Rhade) im Jahre 1862 von Jacob Droste.

Durch meine Recherchen im Internet und einigen Kontakten per E-Mail konnte ich feststellen, dass es zahlreiche Kortendiecks im Raum Lüdinghausen / Selm gab. Einige sind in die USA ausgewandert. Auch diese Familien konnte ich bisher leider noch nicht mit den Kortendicks in unserem Stammbaum in Verbindung bringen.


Tante Libbeth (Elisabeth Kortendick):

Neben einigen Kindern aus der Nachbarschaft sind auch Heinrich Langenhorst (auf dem Arm von Tante Libbeth) und Leo Langenhorst (mit Stock, neben Tante Libbeth) zu sehen. Das Foto wurde Anfang der 30er Jahre vor dem Haus in Lembeck, Dorf 12 1/2 aufgenommen.


Heinrich Kortendick:

Den hier erwähnten Heinrich Kortendieck kann ich bis heute nicht mit meinen Vorfahren in Verbindung bringen. Es gab nicht viele Kortendicks in Lembeck und daher vermute ich, dass Heinrich irgendwie mit unserer Familie verwandt war. (Für Hinweise, z.B. zu seinen Eltern etc. wäre ich sehr dankbar.)

Zeitungsausschnitt im Klartext:

Heinrich Kortendieck +

In Limburg a. d. Lahn verstarb am 16. Januar der Verlagsleiter des „Nassauer Boten“, Heinrich Kortendieck, dessen Name bei der jüngeren Generation unserer Gemeinde wohl nicht mehr sehr bekannt sein dürfte, desto mehr aber bei jenen, die einst mit ihm die Jugendzeit verlebt haben. Früh hat er die Heimat verlassen und es in seinem Beruf als Zeitungsmann recht weit gebracht. Die „Zeitschrift für Deutschlands Buchbrüder“ widmete ihm in ihrer letzten Nummer einen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen. Er war mit Leib und Seele Pressemann. Am 25. August 1879 in Lembeck (Kreis Recklinghausen) geboren, wandte er sich in frühester Jugend dem journalistischen Berufe zu und hat von der Pike auf gelernt. In seinen jungen Jahren führte ihn der Lern- und Wandertrieb durch ganz Deutschland und brachte ihn seine außergewöhnliche und journalistische Befähigung in verantwortliche Stellungen als Geschäftsführer großer Zeitungen. Dann nahm er am Weltkrieg teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach dem Kriege war er lange Jahre Verlagsleiter der nationalen „Bergisch-Märkischen Zeitung“ in Elberfeld, die aus seiner Feder zahlreiche Leitaufsätze veröffentlichte, und zuletzt Verleger der „Jüchner Nachrichten“ in Itzehoe. Nach der Zusammenlegung mit der dortigen gauamtlichen Zeitung kam er am 1. März 1936 nach Limburg und hat hier dem „Nassauer Boten“ als Verlagsleiter und kurze Zeit als Hauptschriftleiter vorgestanden, bis der Tod plötzlich den Lebensfaden durchschnitt. Der Verstorbene war ein wertvoller, tüchtiger und vornehmer Mann. Heinrich Kortendieck war ein echter Deutscher ohne Falsch, charaktervoll, bieder und liebenswürdig, geschäftlich unternehmungslustig, klug und umsichtig, von tiefem sozialen Empfinden und Gerechtigkeitssinn erfüllt. Sein Name bleibt in der Geschichte des „Nassauer Boten“ unvergessen.


Stand: 21.02.09 17:04